Rhein-Neckar-Zeitung

Endloser Applaus für die jungen Musiker

...In den schwungvoll satten Streicherklang, wie ihn der Dirigent mit seinem Kurpfälzischen Kammerorchester Mannheim mit musikalischem Drive modelliert, fällt der Fagottist in lyrisch großem Melodiebogen ein, um dann mit seinen duftigen, mit präzisem Ansatz geblasenen Staccati, gepaart mit schwungvoll höchst virtuosen Intervallsprüngen zu verzaubern. Man muss schon ein Meister sein, um mit dem heute viel schwierigeren Klappenwerk des modernen Fagotts eine solche klangliche Beweglichkeit in gestochen klarer figurativer Brillanz hervorzubringen. Aber es sind nicht nur die virtuosen Passagen und die atemberaubenden Triller, sondern seine warmtimbrierten melodiösen Episoden in der "Romanza Andantino e cantabile", die er mit gut ökonomisch ausbalancierter Atemtechnik sonor in der Tiefe anbläst, in welch fließenden tief empfundenen Kantilenen in gepflegter Pianissimokultur ihnen Glanz verleiht und bei seiner eigen ausgedachten Kadenz seine innersten musikalischen Schwingungen offenbart. Mit Einfühlungsvermögen stets dem Schönklang verpflichtet, interpretiert Matthias Racz mit tänzerischem Schwung im "Rondo vivace" mit einem Schuss Komik bei ausstrahlender Freude duftige Staccatoketten mit sprungkräftigen Intervallen in müheloser Virtuosität und beweist sich nicht nur als Meiser des Fagotts, sondern auch als Künstler mit kammermusikalischem Verstand, wenn er über den transparenten Streicher-Pizzikati in homogenem Wohlklang musiziert...