Schwetzingen 1999
Brillanz, Begeisterung und Beifall
"Junge Solisten" auf dem Schwetzinger Mozartfest
Neunzehn, fünfzehn und sechzehn Jahre alt waren die "Jungen Solisten", die allesamt bereits als Träger des Ersten Preises beim Bundeswettbewerb "Jugend musiziert" reüssiert haben und ihre Qualitäten auch im Rahmen des diesjährigen Schwetzinger Mozartfestes unter Beweis zu stellen gedachten. Dies ist ihnen allen fürwahr auf geradezu triumphale Art gelungen. Das feierlich-repräsentative Ambiente des Rokokotheaters bildete den passenden äußeren Rahmen, und für den entsprechenden Inhalt sorgten der Fagottist Matthias Racz, die Violinistin Alina Pogostkin sowie die Pianistin Yu Kosuge, die jeweils unter Begleitung des Kurpfälzischen Kammerorchesters Mannheim unter seinem Chefdirigenten Jiri Malat Instrumentalkonzerte der Wiener Klassik zu Gehör brachten. Den Auftakt machte Johann Nepomuk Hummels Konzert für Fagott und Orchester F-Dur. Der Solist Matthias Racz zeigte sich äußerst versiert und als Meister der Technik, der seinen Part absolut souverän beherrschte und dessen Part in Dynamik und Artikulation mit dem graziös und brillant aufspielenden Kammerorchester hervorragend harmonierte. Matthias Raczs Solospiel brachte dem Auditorium die seltene Gelegenheit, die unerwartete Vielfalt an Möglichkeiten zu erfahren, die einem Fagott an Wendigkeit und Spielcharakter abgewonnen werden kann: Sein Spekrum reichte von präziser, sorgfältig artikulierter Virtuosität bis zu ausdrucksstarker Bedächtigkeit, vom harten Anblasen bis zu sehr weichen, fast fließenden Tonübergängen. Geschickt nutzte Matthias Racz den enormen Tonumfang seines Parts zur Variation der Klangfarbe, wie er überhaupt es verstand, seinen wechselnden musikalischen Ausdruck sehr detailliert und sinnfällig auf die Komposition anzuwenden, womit er die Zuhörerschaft problemlos in seinen Bann zu schlagen vermochte ...
Von Reinhard Osthus

